Krankheitsbekämpfung und Persönlichkeitsformung

January 1st, 2009

Reinhard Jellen 28.12.2008

Interview mit Charlotte Jurk über Antidepressiva und Neoliberalismus

Depression ist eine Krankheit, die von den dunklen Seiten einer krisengeschüttelten Konkurrenzgesellschaft zeugt: Einsamkeit, Lethargie und Angstzuständen. Für die Pharmaunternehmen stellt sie einen riesigen Markt dar. Ein Effekt, den [extern] Charlotte Jurk in ihrem Buch [extern] “Der niedergeschlagene Mensch“ untersucht hat.

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Frau Jurk, ist Depression eines neues Phänomen oder eine Krankheit, die es schon immer gab, die aber in der letzten Zeit in den Focus der Aufmerksamkeit geraten ist? Was unterscheidet die “neue“ Depression von den altbekannten Formen der Niedergeschlagenheit oder Melancholie?

Charlotte Jurk: Der Begriff der Krankheit ist von den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen er geprägt wird, nicht zu trennen. [extern] Egon Friedell hat das ja ganz gut auf den Punkt gebracht, indem er meinte, Krankheiten seien – wie auch Musik oder Architektur – spezifische Hervorbringungen einer Epoche. Der Inhalt dessen, was als [extern] „Depression“ bezeichnet wird, hat sich in den letzten 100 Jahren fundamental verändert. Traurigkeit und Melancholie galten noch vor 40 Jahren durchaus als angemessene Reaktion oder tiefgründige Auseinandersetzung mit dem persönlichen Schicksal und der Welt, an der wir leiden (müssen). Heute dagegen, und das macht das „Neue“ aus, das uns mit dem ausufernden Begriff der Depression begegnet, haben all diese Gemütszustände den Geruch des Pathologischen an sich, der sie zu einer Angelegenheit der Medizin macht. Depression ist zu einer Metapher des Versagens geworden, eines Versagens, das therapierbar sein soll.

Begriffsmutation

Schaut man sich an, in welcher Weise psychiatrische Experten die Kriterien bestimmen, die für eine Diagnose der Depression notwendig sind, so fällt auf, dass die Messlatte immer niedriger gehängt wird. Während in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts Suizidgedanken als ein entscheidendes Kriterium für das Vorliegen einer Depression galten, reichen heute „Grübelneigung“, „Appetitstörung“, „Libidoverlust“ oder „schnelle Ermüdung“ aus, um als depressiv eingestuft zu werden. In diesem Sinne wäre so gut wie jeder für die Diagnose geeignet.

Hat die ansteigende [local] Depression etwas mit dem Wegbrechen des sozialen Sicherheitsnetzes und der wachsenden Fremdbestimmung der Menschen zu tun, die sich dann auch noch einreden sollen, die Ökonomisierung ihres Lebens wäre ein Schritt zu mehr Selbstkontrolle und Eigeninitiative, sprich: mehr Selbstbestimmung?

Charlotte Jurk: Angesichts der Begriffsmutation der Depression ist es kaum zu beurteilen, ob tatsächlich mehr Menschen depressiv sind, als in vergangenen Zeiten. Tatsache ist jedoch, dass immer mehr Menschen sich therapiebedürftig fühlen. Sicherlich hat das damit zu tun, dass viele Menschen am Arbeitsplatz unter enorm erhöhtem Druck stehen, ihre ganze Persönlichkeit für das Gelingen der Firmenziele einzusetzen. Insofern wird die psychische Befindlichkeit zu einem ganz entscheidenden „Qualitätskriterium“ der Person. Und psychische Abweichung wird zur Gefahr.

Überlastung und Unterforderung

Andererseits ist gerade dieses der Grund für ein zunehmendes Gefühl innerer Leere. Das verordnete Konzept der Autonomie und Selbstbestimmung führt in eine Vereinzelung, die die Angewiesenheit auf den Anderen (als conditio humana) ausblendet. [extern] Klaus Dörner beschreibt die moderne Selbstbezogenheit als Mangel an Beanspruchung durch Andere. Letztlich führt genau dieser Mangel dazu, dass das eigene Selbst schwindet.

Hat der gesteigerte Leistungsdruck in der Arbeit nicht auch auf paradoxe Weise eine permanente “Unterforderung“ der in den immer extremer werdenden Spezialtätigkeiten aufgespaltenen und in Teilbereichen beschäftigten Menschen zur Folge, mit der das Selbstwertgefühl verloren geht?

Charlotte Jurk: Die Frage nach der Unterforderung wird in der Tat zu selten gestellt. Schaut man auf die körperlichen Erkrankungen, so wird man feststellen, dass wir heute eher an Unterlastung – der Muskeln, der Sinnesorgane – erkranken. Der Schwund vielfältiger Fähigkeiten geht einher mit dem Ausbilden einseitiger Fähigkeiten. Dazu kommen die technischen Möglichkeiten, den Körper zu designen – ganz nach den Vorbildern, die in den Medien vorgeführt werden. Ähnliches gilt für den seelischen Bereich: Die Indienstnahme der psychischen Ausstattung zum Zweck der Selbstoptimierung ist gang und gäbe. Solchermaßen geeicht auf instrumentelle Zwecke vergeben wir unsere schöne Möglichkeit der kreativen Träumerei, des unbezweckten Beisammenseins, der unvoreingenommenen Aufnahmebereitschaft. Was wir wert sind hängt vom Erfolg des Geplanten und nicht vom Sich-Einstellen des Ungeplanten ab. Seelisch sicher eine Unterforderung.

Spielt es bei der Depression auch eine Rolle, dass die Anforderungen an Konsumenten und Arbeitnehmer extrem unterschiedlich, ja gegensätzlich sind?

Charlotte Jurk: Ist es nicht erstaunlich, wie wenig wir uns über die permanente Befassung mit paradoxen Aufgaben noch wundern? Wir sollen auf der einen Seite unser Selbst gestalten, uns verwirklichen, unser Potential gegenüber der stets lauernden Konkurrenz ausbauen. Andererseits aber sollen wir teamfähig, sozial, ehrenamtlich engagiert und loyal sein. Wir sollen am Arbeitsplatz Eigenständigkeit beweisen in einer Arbeitsumgebung, die alles dem normierten qualitätsgesicherten Prozess unterwirft.

Zunehmende Biologisierung psychischer Krankheiten

Wir sollen flexibel sein und doch spezialisiert. Wir sollen lustvoll konsumieren und gleichzeitig eine vorausschauende, sparsame Altersvorsorge betreiben. Solcherlei Doppelbotschaften können in eine lähmende Handlungsunfähigkeit führen – eines der „unerfreulichsten“ Symptome der modernen Depression. Das Perfide: diese Handlungsunfähigkeit soll sich jeder als individuelles Versagen anlasten.

Ist Depression eine Hype der Pharmaindustrie um damit viel Geld zu verdienen?

Charlotte Jurk: Ja. Die Pharmaindustrie freut sich. Sie rechnet mit permanenten Zuwachsraten zwischen 5 und 10 % bei Medikamenten gegen Depression. Was will man mehr?

Wie schätzen sie die Funktion von Psychopharmaka für depressive Menschen ein? Sind diese Teil der Lösung oder Teil des Problems?

Charlotte Jurk: Nicht umsonst habe ich der Entwicklung der [extern] Antidepressiva in meinem Buch breiten Raum gewidmet. Die Entdeckung der Psychopharmaka ist in der Medizin der „Beweis“, dass psychische Krankheiten als körperliche Krankheiten verstanden werden müssen. Wenn Chemie wirkt, so die These, dann ist auch Chemie für die Seelenprozesse verantwortlich zu machen. Das schwächt die Position des psychoanalytischen Denkens und stärkt die Position eines blanken Biologismus in der Erklärung des Menschen. Das Versprechen, den Aus-Schalter für psychisches Leiden zu liefern, haben diese Medikamente niemals einlösen können. Aber ihr Absatz steigt und steigt.

Prozac und Neoliberalismus

Die massenhafte Produktion von Psycho-Drogen hat schon etwas Beängstigendes. Im Laufe der Geschichte von Antidepressiva haben diese es bis heute auf den Status von „Lifestyle-Medikamenten“ geschafft. In Frankreich hat sich die Zahl der verschriebenen Antidepressiva von 1981 bis 2001 versiebenfacht. In Deutschland ist die Verschreibung von Antidepressiva der neuen Generation innerhalb eines Jahres – 2001 auf 2002 – um 25 % gestiegen. Ihre Wirkung wird als unproblematische Methode der Selbstoptimierung und Leidvermeidung gepriesen und ihre [extern] Nebenwirkung systematisch banalisiert. Dabei ist die Nebenwirkung dieser Medikamente häufig die, dass man nicht mehr von ihnen lassen kann. Seit 2003 ist es in Großbritannien verboten, Kindern unter 18 Jahren Paroxetan (ein Antidepressivum neuerer Bauart) zu verordnen, weil eine Studie erwiesen hat, dass bei Einnahme ein „3,2-faches Selbstmordrisiko“ bestand. Drei Schulamokläufer in den USA hatten Antidepressiva im Blut, was darauf hinweist, dass die Erregungssteigerung durch das Medikament durchaus zur Gefahr für andere werden kann.

Hat generell das Auftauchen von Prozac etwas mit dem Neoliberalismus zu tun?

Charlotte Jurk: Prozac ist wirklich ein Phänomen. Es enthält einen Wirkstoff, der inzwischen in vielen Antidepressiva enthalten ist und im Fachjargon SSRI (deutsch: Serotoninwiederaufnahmehemmer) heißt. In den USA wurde Prozac ganz offensiv als „Glücksdroge“ auf den Markt geworfen. 1990 – das neoliberale Programm hat seinen Siegeszug angetreten – schreibt der amerikanische Psychiater [extern] Peter Kramer ein Buch über Prozac: Jetzt endlich sei es möglich, die eigene Persönlichkeit zu formen. Wozu noch Depression? In Momenten der Schwäche oder der Krise führt diese Pille dazu, dass man sich wieder hineinstürzen kann in Genuss und Konkurrenzkampf.

Depression als Stoffwechselstörung im Gehirn

Noch dazu zügelt Prozac den Appetit, kann insofern der Formung des marktgerechten Körpers nur dienlich sein und Prozac wirkt (angeblich) gegen Ängste und Unsicherheit. Besser hätte eine Droge doch gar nicht in die neoliberale Ideologie gepasst, die da suggeriert, jeder könne alles erreichen, wenn er nur hart genug (an sich) arbeitet. Zur Leistungssteigerung wird Prozac übrigens gern im Leistungssport eingesetzt. Bis zu neuen Pillen täglich, berichtet der Radprofi Jesus Manzani, habe er eingenommen, weil die ihn die auf langen Etappen „härter machen“ und das Hungergefühl vertreiben.

Welche Rolle spielt die aktuelle Gehirnforschung auf dem Gebiet?

Charlotte Jurk: Die Gehirnforschung hat die Meinungsführerschaft auf dem Gebiet der Depression übernommen. Von welchem Psychiater bekommen Sie heute nicht erzählt, dass Depressive an einer Stoffwechselerkrankung des neurologischen Systems leiden? [extern] Ivan Illich hat darauf hingewiesen, dass der Systemgedanke - auf den menschlichen Körper angewandt - eine Zäsur in der Geschichte der Medizin markiert. Es geht nicht mehr um Heilung, sondern um „richtige“ Kalibrierung. Und bei der bestimmen wie auch immer ermittelte Normwerte die Richtigkeit. Gerade im Bereich der Hirnforschung wird der Vergleich Gehirn – Festplatte gern bemüht. Der Mensch wird zum Computer gemacht. Verhalten, Meinung, Denken, Fühlen – all dies sind Funktionen der Zentraleinheit Gehirn.

„Gesunde Skepsis wünschenswert“

Die Psychiatrie ist heute in großem Maße biologisiert. Psychische Erkrankung ist in einem solchen Konzept nicht mehr eine Erscheinung sozialer Bezüglichkeiten, sondern psychische Erkrankung ist das Ergebnis von Veränderungen im Neuronen-Netzwerk oder sie hat genetische Ursachen. Eine meines Erachtens gefährliche Entwicklung, zieht sie doch sofort den Willen nach sich, die vermeintlichen Hirnprozesse „zum Besseren“ hin zu steuern. Das Gehirn eines solchen Patienten wird quasi aus seiner Lebensgeschichte, aus seinem sozialen Umfeld entfernt, wird gemessen, gescannt und beurteilt. Von den richtigen Kalibrierungsmitteln – sprich Antidepressiva – wird der Patient von nun an lebenslänglich abhängig bleiben.

Wird es ihrer Einschätzung nach mit einem Umschlagen der Finanz- in eine Wirtschaftskrise zu einer Vermehrung von Depressionserscheinungen kommen?

Charlotte Jurk: Wie die Menschen auf die massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen reagieren, ist schwer voraus zu sagen. Eines aber ist sicher, der Gang zum Arzt kann im sozialen System häufig von Vorteil sein, um Krankengeldansprüche zu realisieren, gerade wenn man in einer finanziell prekären Situation ist. Und die Ärzte sind im Zuge der Gesundheitsreform auch nicht abgeneigt, vielen Menschen eine chronische Erkrankung zu attestieren, weil sie damit ihre Pauschalentgelte erhöhen können. Depression eignet sich als chronische Diagnose gut.

Wie würde ihrer Meinung nach eine wirksame Therapierung von depressiven Menschen aussehen? Ist dies überhaupt wünschenswert?

Charlotte Jurk:

Dass es Verzweiflungszustände gibt, die schier unaushaltbar sind, dass es Depressionen gibt, die auch schwere Wahnzustände mit sich bringen und Menschen an den Rand ihrer Existenz – das soll hier unbestritten sein. Da braucht es Behandlung, intensive Begleitung, Gespräche und Sorge. Gerade das aber droht unter der beschleunigten Apparate- und Psychopharmaka-Psychiatrie unter die Räder zu geraten. Gegenüber der behaupteten „Volkskrankheit“ Depression aber wäre eine gesunde Skepsis wünschenswert. Wünschenswert wäre, wenn wir es lernten, uns wieder gegenseitig mehr aus dem Sumpf zu ziehen.

from http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29125/1.html

CULTURE

January 1st, 2009

TIMOTHY TAYLOR
Archaeologist, University of Bradford; Author, The Buried Soul

CULTURE

Culture changes everything because culture contains everything, in the sense of things that can be named, and so what can be conceived. Wittgenstein implied that what cannot be said cannot be thought. He meant by this that language relies on a series of prior agreements. Such grammar has been shown by anthropologists to underpin the idea of any on-going community, not just its language, but its broader categories, its institutions, its metaphysics. And the same paradox is presented: how can anything new ever happen? If by ‘happen’ we only think of personal and historical events, we miss the most crucial novelty—the way that new things, new physical objects, devices and techniques, insinuate themselves into our lives. They have new names which we must learn, and new, revolutionary effects.

It does not always work like that. Resistance is common. Paradoxically, the creative force of culture also tries to keep everything the same. Ernest Gellner said that humans, taken as a whole, present the most extensive behavioural variation of any species while every particular cultural community is characterized by powerful norms. These are ways of being that, often through appeals to some apparently natural order, are not just mildly claimed as quintessentially human, but lethally enforced at a local level, in a variety of more or less public ways. Out groups (whether a different ethnicity, class, sexuality, creed, whether being one of twins, an albino, someone disabled or an unusually talented individual) are suspect and challenging in their abnormality. Categories of special difference are typical foci for sacrifice, banishment, and ridicule through which the in-group becomes not just the in-group but, indeed, a distinctly perceptible group, confident, refreshed and culturally reproductive. This makes some sense: aberrance subverts the grammar of culture.

The level at which change can be tolerated varies greatly across social formations, but there is always a point beyond which things become intolerably incoherent. We may rightly label the most unprecedented behaviour mad because, whatever relativization might be invoked to explain it, it is, by definition, strategically doomed: we seek to ignore it. Yet the routine expulsion of difference, apparently critical in the here and now, becomes maladaptive in any longer-term perspective. Clearly, it is change that has created our species’ resilience and success, creating the vast inter- (not intra-) cultural diversity that Gellner noted. So how does change happen?

Major change often comes stealthily. Its revolutionary effect may often reside in the very fact that we do not recognize what it is doing to our behaviour, and so cannot resist it. Often we lack to words to articulate resistance as the invention is a new noun whose verbal effect lags in its wake. Such major change operates far more effectively through things than directly through people, not brought about by the mad, but rather by ‘mad scientists’, whose inventions can be forgiven their inventors.

Unsurprisingly then, the societies that tolerate the least behavioural deviance are the most science-averse. Science, in the broadest sense of effective material invention, challenges quotidian existence. The Amish (a quaint static ripple whose way of life will never uncover the simplest new technological fix for the unfolding hazards of a dynamic universe) have long recognized that material culture embodies weird inspirations, challenging us, as eventual consumers, not with ‘copy what I do’, but a far, far more subversive ‘try me.’

Material culture is the thing that makes us human, driving human evolution from the outset with its continually modifying power. Our species’ particular dilemma is that in order to safeguard what we have, we have continually to change. The culture of things—invention and technology—is ever changing under the tide of words and routines whose role is to image fixity and agreement when, in reality, none exists. This form of change is no trivial thing because it is essential to our longer term survival. At least, the longer term survival of anything we may be proud to call universally human

from http://www.edge.org/q2009/q09_1.html

INSIDE OUT: THE EPISTEMOLOGY OF EVERYTHING

January 1st, 2009

TOR NØRRETRANDERS
Science Writer; Consultant; Lecturer, Copenhagen; Author, The Generous Man

INSIDE OUT: THE EPISTEMOLOGY OF EVERYTHING

Understanding that the outside world is really inside us and the inside world is really outside us will change everything. Both inside and outside. Why?

“There is no out there out there“, physicist John Wheeler said in his attempt to explain quantum physics. All we know is how we correlate with the world. We do not really know what the world is really like, uncorrelated with us. When we seem to experience an external world that is out there, independent of us, it is something we dream up.

Modern neurobiology has reached the exact same conclusion. The visual world, what we see, is an illusion, but then a very sophisticated one. There are no colours, no tones, no constancy in the “real” world, it is all something we make up. We do so for good reasons and with great survival value. Because colors, tones and constancy are expressions of how we correlate with the world.

The merging of the epistemological lesson from quantum mechanics with the epistemological lesson from neurobiology attest to a very simple fact: What we percieve as being outside of us is indeed a fancy and elegant projection of what we have inside. We do make this projection as as result of interacting with something not inside, but everything we experience is inside.

Is it not real? It embodies a correlation that is very real. As physicist N. David Mermin has argued, we do have correlations, but we do not know what it is that correlates, or if any correlata exists at all. It is a modern formulation of quantum pioneer Niels Bohr’s view: “Physics is not about nature, it is about what we can say about nature.”

So what is real, then? Inside us humans a lot of relational emotions exists. We feel affection, awe, warmth, glow, mania, belonging and refusal towards other humans and to the world as a whole. We relate and it provokes deep inner emotional states. These are real and true, inside our bodies and percieved not as “real states” of the outside world, but more like a kind of weather phenomena inside us.

That raises the simple question: Where do these internal states come from? Are they an effect of us? Did we make them or did they make us? Love exists before us (most of us were conceived in an act of love). Friendship, family bonds, hate, anger, trust, distrust, all of these entities exist before the individual. They are primary. The illusion of the ego denies the fact that they are there before the ego consciously decided to love or hate or care or not. But the inner states predate the conscious ego. And they predate the bodily individual.

The emotional states inside us are very, very real and the product of biological evolution. They are helpful to us in our attempt to survive. Experimental economics and behavioral sciences have recently shown us how important they are to us as social creatures: To cooperate you have to trust the other party, even though a rational analysis will tell you that both the likelihood and the cost of being cheated is very high. When you trust, you experience a physiologically detectable inner glow of pleasure. So the inner emotional state says yes. However, if you rationally consider the objects in the outside world, the other parties, and consider their trade-offs and motives, you ought to choose not to cooperate. Analyzing the outside world makes you say no. Human cooperation is dependent on our giving weight to what we experience as the inner world compared to what we experience as the outer world.

Traditionally, the culture of science has denied the relevance of the inner states. Now, they become increasingly important to understanding humans. And highly relevant when we want to build artefacts that mimic us.

Soon we will be building not only Artificial Intelligence. We will be building Artificial Will. Systems with an ability to convert internal decisions and values into external change. They will be able to decide that they want to change the world. A plan inside becomes an action on the outside. So they will have to know what is inside and outside.

In building these machines we ourselves will learn something that will change everything: The trick of perception is the trick of mistaking an inner world for the outside world. The emotions inside are the evolutionary reality. The things we see and hear outside are just elegant ways of imagining correlata that can explain our emotions, our correlations. We don’t hear the croak, we hear the frog.

When we understand that the inner emotional states are more real than what we experience as the outside world, cooperation becomes easier. The epoch of insane mania for rational control will be over.

What really changes is they way we see things, the way we experience everything. For anything to change out there you have to change everything in here. That is the epistemological situation. All spiritual traditions have been talking about it. But now it grows from the epistemology of quantum physics, neurobiology and the building of robots.

We will be sitting there, building those Artificial Will-robots. Suddenly we will start laughing. There is no out there out there. It is in here. There is no in here in here. It is out there. The outside is in here. Who is there?

That laughter will change everything.

from http://www.edge.org/q2009/q09_7.html

dr joe dispenza

October 11th, 2007

an interesting interview with joe dispenza. he seems to build bridges between budhist knowledge and modern brain sciences. video.

dr joe dispenzas website.

Lauschangriff auf das Gehirn

May 20th, 2007

Stephan Schleim 10.05.2007

Wie weit können wir in die menschliche Gedankenwelt vordringen und ist ein Datenschutz für das Gehirn erforderlich?

Neue Verfahren der Hirnforschung erlauben es Forschern, bisher ungeahnte Schlüsse über geistige Prozesse zu ziehen. Dabei liegen Schwerpunkte darauf, Bewusstseinsinhalte zu entschlüsseln und Computer oder gar künstliche Prothesen per Gedankenkraft zu steuern. Da die Methoden in den intimsten Bereich der menschlichen Psyche vordringen, müssen sie auch in einer ethischen und öffentlichen Diskussion auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft werden.

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Die Gottlieb Daimler und Karl Benz-Stiftung versammelte gestern führende Hirnforscher aus Europa und Nordamerika in Berlin auf der Tagung [extern] Gedankenforscher – Was unser Gehirn über unsere Gedanken verrät. Hier ging es nicht nur um die Frage, welche Aktivierungen sich im Gehirn bei bestimmten Aufgaben messen lassen. Der gemeinsame Kern war stattdessen das grundlegende Projekt, dem menschlichen Denken mit den Methoden der Hirnforschung möglichst nahe zu kommen.

John-Dylan Haynes, einer der wissenschaftlichen Gastgeber und seit kurzem Professor am [extern] Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin, konnte in seinen [extern] Experimenten mit dem Hirnscanner immerhin verborgene Absichten entdecken ([local] Verräterische Muster im Gehirn). Ermöglicht haben ihm dies Verfahren des Maschinenlernens, wie man sie aus der computergestützten Bilderkennung kennt. In der Hirnaktivierung seiner Versuchspersonen fand er Muster, welche Aufschluss darüber gaben, ob die Probanden eine Addition oder Subtraktion durchführen würden.

Einen Schritt weiter ist sein Doktorand Chun Siong Soon gegangen. Er wählte einen Versuchsaufbau, der den berühmt gewordenen Libet-Experimenten ähnelt. Die Teilnehmer durften sich im Hirnscanner spontan überlegen, ob sie entweder mit der linken oder mit der rechten Hand einen Knopf drücken möchten. Währenddessen haben sie auf einem Computerbildschirm der Reihe nach Buchstaben gezeigt bekommen. Zusätzlich zum Knopfdruck hatten sie dann die Aufgabe, sich den Buchstaben zu merken, der gerade gezeigt worden war, als sie ihre Entscheidung getroffen hatten. Dies ermöglichte es Soon, auch schon vor diesem Zeitpunkt nach Informationen in der Gehirnaktivität zu suchen, welche im Zusammenhang mit der getroffenen Entscheidung stehen. Interessant ist dabei, dass er in manchen Gehirnbereichen, etwa dem frontopolaren Kortex, bis zu acht Sekunden vorher mit bis zu 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit (50 Prozent ist hier Zufall) vorhersagen konnte, für welche der Seiten sich die Versuchspersonen später entscheiden würden.

Noch tiefere Einblicke in die Gedankenwelt konnte der Bewusstseinforscher [extern] Christof Koch vom California Institute of Technology nehmen. Er stellte die Ergebnisse einer Studie vor, bei der man Epilepsiekranken bis zu 64 Elektroden ins Gehirn implantiert hatte. Medizinisch sind solche Eingriffe notwendig, um den Ausgangsherd der unkontrollierbaren epileptischen Anfälle einzugrenzen und an diesem Ort im Gehirn chirurgisch einzugreifen, wenn Medikamente und andere Behandlungsmethoden versagen. Diese seltene Gelegenheit konnten die Forscher dazu nutzen, um den Patienten Bilder bekannter Persönlichkeiten und Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Christoph Kochs Messungen ergaben, dass manche Neuronen spezifisch auf einzelne Personen reagierten, beispielsweise Bilder der Filmschauspielerin Jennifer Aniston. “Darüber hinaus können wir an den Aktionspotenzialen einer handvoll Neuronen mit großer Zuverlässigkeit bestimmen, welches der Bilder der Patient gerade sieht”, ergänzt Koch.

Bewegende Gedanken

Gedanken nicht bloß entdecken, sondern mit ihnen auch motorische Aktionen ausführen, möchte Professor Gabriel Curio von der Berliner Universitätsklinik [extern] Charité. Er hält es für einen “bewegenden Gedanken, dass Gedanken Materie bewegen können”, und präsentierte seine [extern] Studien, in denen Versuchspersonen durch gedankliche Kontrolle Zeiger auf einem Computerbildschirm steuern konnten. Ein Klassifikationsalgorithmus, ähnlich dem, den auch Haynes mit seinen Hirndaten verwendet hatte, konnte mit annähernd 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob die Testpersonen den Zeiger als nächstes nach links oder rechts bewegen würden. In einer [extern] Weiterentwicklung hat er es sogar geschafft, ein Tetrisspiel über gedankliche Kontrolle steuern zu lassen, in dem die Bausteine nicht nur in verschiedene Richtungen bewegt, sondern auch rotiert werden müssen.

Gabriel Curio betont, die Messverfahren seien inzwischen so weit fortgeschritten, dass man diese Aufgaben nach nur 20 Minuten des Trainings per gedanklicher Steuerung durchführen könne. Bis vor wenigen Jahren seien dafür noch mehrere Tage nötig gewesen. Ein System, mit dem man Buchstaben für Buchstaben Wörter zusammensetzen konnte, hat er auf der CeBIT vorgestellt. Ein Nachteil ist jedoch bei seinem Ansatz, dass man sich wie durch einen binären Baum Schritt für Schritt zum Zielbuchstaben durcharbeiten muss, was Zeit kostet. Als eine praktische Anwendung jenseits vom Buchstabieren oder Tetris-Spielen hat Curio ein System vorgeschlagen, das LKW-Fahrer alarmieren könnte, wenn sie mit ihrer Aufmerksamkeit zu weit abschweifen.

Tatsächlich hatte kurz vor ihm der Wissenschaftshistoriker [extern] Cornelius Borck von der McGill Universität in Kanada gezeigt, dass es schon 1941 in der deutschen Luftfahrtmedizin Versuche gegeben habe, Piloten ein Warnsignal zu geben, bevor sie aufgrund von Sauerstoffknappheit ihr Bewusstsein verlieren. Diese Versuche seien nicht zuletzt an den damals noch extrem aufwändigen technischen Bauten zur Messung der Gehirnaktivität gescheitert. Daran, die Ausstattung eines ganzen EEG-Labors in einem Flugzeug unterzubringen, war damals einfach nicht zu denken. Ob der Miniaturisierung zum Dank irgendwann gefährliche Auffahrunfälle von LKW-Fahrern durch EEG-Kontrolle vermieden werden können, sei dahingestellt. Die Problematik der übermüdeten Fahrer lässt sich vielleicht auch durch ausreichend Schlaf in den Griff kriegen.

Einen Schritt weiter als Curio geht der gebürtige Brasilianer [extern] Miguel Nicolelis, Professor am Duke University Medical Center in Durham, USA ([local] Neuroprothesen ziehen in die Gehirne der Menschen ein). Er nimmt für sich in Anspruch, der erste in der Menschheitsgeschichte gewesen zu sein, der es einem Affen ermöglicht habe, allein durch gedankliche Kontrolle die Bewegung eines Roboterarms zu steuern ([local] Mit neuronalen Signalen direkt einen Roboterarm steuern). Dafür konnte er sich aber nicht wie Curio damit begnügen, die Hirnaktivität an der Kopfhaut zu messen. Stattdessen musste er Elektroden direkt ins Gehirn der Affen implantieren, wo sie das elektrische Feuern der Neuronen direkt aufzeichnen. Mehr als hundert Nervenzellen habe er in seinen Experimenten so schon gleichzeitig und über einen langen Zeitraum in einem einzelnen Affen aufnehmen können.

Dabei interessiert sich Nicolelis nicht so sehr für das Feuern individueller Neuronen, sondern für Kombinationen der Aktivität, die sich auf der Ebene von Zellverbänden ergäben. Um dem Affen die Steuerung des Roboterarms beizubringen, durfte dieser zunächst einen Joystick benutzen. Dabei wurde ein einfaches Spiel verwendet, bei dem er mit etwas Orangensaft belohnt wurde, wann immer er den Arm an eine vorgegebene Zielposition bewegte. Für diese Bewegungen zeichnete der Computer aus den neuronalen Ableitungen die zugehörigen Feuerungsmuster auf. Das Überraschende geschah jedoch, als Nicolelis dem Affen den Joystick wegnahm: Auch ohne seinen Arm zu bewegen, konnte er durch die reine Vorstellung der dazugehörigen Bewegungen den Roboterarm weiter steuern ([local] Das Selbst und der erweiterbare Körper). Interessanterweise, bemerkt er mit einem Lachen, würde der Affe den frei gewordenen Arm nun sogar manchmal dazu benutzen, um sich etwa am Rücken zu kratzen, während er gedanklich den Greifarm weiter steuere.

Nicolelis möchte aber auch schon gleich das nächste “historische Ereignis” feiern: Zur Zeit arbeite er mit Robotikern an der Kyoto Universität daran, dass ein Affe von seinem Labor in den Vereinigten Staaten aus per Gedankenkontrolle einen zweibeinigen Roboter im Labor in Japan steuern könne. Dafür würden die neuronalen Aktivierungen des Affen während seiner natürlichen Gehbewegungen aufgezeichnet und vom Computer analysiert. In zwei Wochen werde es so weit sein, dass er nicht nur die Roboterbeine aus der Ferne steuern könne, so als ob er selbst damit gehe, sondern womöglich auch Hindernissen ausweichen könne, die man dem Roboter in Japan vor die Füße lege.

Der unterhaltsamen Darstellung Nicolelis zum Trotz fragt man sich aber auch, ob diese Experimente für seine Versuchstiere ebenso unterhaltsam sind. Gerade Tierversuche mit Affen geraten weltweit immer mehr unter Druck. “Die Affen mögen es, diese Aufgaben zu erledigen”, nimmt er vorweg. Generell scheint sich für ihn viel um das Thema Spaß zu drehen: “Die Leute fragen mich oft, warum wir diese Forschung machen. Wir machen es zum Spaß, weil wir Wissenschaftler Spaß haben wollen”, gesteht er dem Plenum. Dem werden manche seiner Kollegen vielleicht nicht zustimmen, wo es doch für viele auch darum geht, intelligente Prothesen zu bauen, welche verlorene Gliedmaßen so ersetzen sollen, als würden sie zum Körper gehören.

Die Idee, die Forschung zum Bauen von ferngesteuerten Kriegsmaschinen zu benutzen, steht außerdem im Raum, seitdem Gabriel Curio eine von ihm nicht näher spezifizierte US-amerikanische “Drei-Buchstaben-Organisation” mit ihren Ansichten zum “Superkrieger des 21. Jahrhunderts” zitiert hat. Hierauf geht Nicolelis aber nicht ein, auch wenn seine Forschungsergebnisse diesen Anwendungsmöglichkeiten sehr nahe sind. Wo heute noch der Affe den Roboter fernsteuern soll, könnte es vielleicht morgen schon ein Soldat sein.

“Bewusstseins-Test” mit dem Hirnscanner

Ähnlich wie mit den intelligenten Neuroprothesen will auch [extern] Adrian Owen von der MRC Cognition & Brain Sciences Unit in Cambridge kranken Menschen helfen. Er hat sich dabei auf Patienten spezialisiert, die in einem Wachkoma liegen und bei denen niemand genau weiß, ob sie bei Bewusstsein sind und welche Umweltreize sie wahrnehmen können. Mit einer Art “Bewusstseinstest” bat er solche Patienten, die keine Möglichkeit der Kommunikation mit der Außenwelt mehr hatten, sich zu bestimmten Zeitpunkten Handlungen wenigstens vorzustellen. Beispielsweise sollten sie, während sie im Hirnscanner lagen, einen imaginierten Rundgang durch ihre Wohnung durchführen oder im Kopf ein Tennisspiel simulieren. Wie man es auch von gesunden Versuchspersonen erwarten würde, antworteten manche dieser Patienten mit einer Hirnaktivierung in Bereichen, die mit der Raumwahrnehmung beziehungsweise mit Bewegungen im Zusammenhang stünden. Owen versteht diese Funde als einen Hinweis auf die Bewusstseinsfähigkeit mancher Wachkoma-Patienten.

An einer Art Gehirn-Schreibmaschine für Gesunde und Kranke arbeitet hingegen [extern] Rainer Goebel, der mit seinem [extern] BrainVoyager-Softwarepaket neue Standards in der Auswertung von Hirndaten setzte und jetzt Professor an der Universität Maastricht ist. Das Neue an dem Ansatz, an dem seine Doktorandin Bettina Sorger zu Zeit arbeite, ist, dass sich die Versuchspersonen durch eine Kombination verschiedener mentaler Aufgaben nicht schrittweise durch ein Alphabet durchhangeln müssten, sondern mit einem einzigen geistigen Prozess einen bestimmten Buchstaben auswählen könnten. Auch wenn dies bis zu 30 Sekunden dauere, hätten die Versuchsleiter anschließend mit einer Trefferquote von 87 Prozent (der Zufallswert liegt bei 3,7 Prozent) die gemessene Hirnaktivierung den richtigen Buchstaben zuordnen können.

Goebel, selbst ein leidenschaftlicher C++-Programmierer, entwickelte die Idee des Gedankenlesens sogar zu einer Hommage an den Spielkonsolen-Klassiker “Pong” weiter. In seiner [extern] Brain-Pong genannten Variante steuern die beiden Spieler ihre virtuellen Schläger jedoch nicht mit einem Joystick, sondern durch die Kontrolle ihrer Gedanken. Durch so genanntes “Neurofeedback” könnten die Versuchspersonen selbst ausprobieren, welches Hirnareal sich am besten willentlich beeinflussen lässt. “Einer der Probanden stellte sich vor, alleine beziehungsweise mit einer wachsenden Zahl von Partnern zu tanzen”, nennt Goebel ein Beispiel. Die so erzeugte Intensität der Hirnaktivierung setze seine Software automatisch in eine Position des Schlägers auf dem Spielfeld um. Der einzige Nachteil dabei: Das durchblutungsbedingte Signal, das er im Hirnscanner misst, entsteht mit einer Verzögerung von sechs Sekunden.

Wer rasante Action-Spiele gewöhnt ist, dem dürfte sein Brain-Pong daher wie in Zeitlupe vorkommen. Damit liegt sein Ansatz zwar in der zeitlichen Dimension weit hinter den Methoden von Curio und Nicolelis, die Hirnaktivität im Bereich von Millisekunden erfassen. Dafür kann Goebel aber im Scanner das gesamte Gehirn messen, was je nach den technischen Möglichkeiten alle zwei Sekunden 100.000 bis eine Million unabhängiger Signalpunkte liefere, die seine Software noch während der Messung in Echtzeit auswerten könne.

Abseits vom Buchstabieren und Spielen sieht er Anwendungsmöglichkeiten des “Neurofeedback” vor allem im klinischen Bereich. So hätten Forscher beispielsweise gezeigt, dass man durch die eingeübte Kontrolle seiner Hirnaktivierung Patienten, die an sonst unbehandelbaren Schmerzen leiden, ihr Leben erleichtern könne. Goebel spekuliert auch, dass man eines Tages schizophrenen Patienten helfen könnte, die manchmal fremde Stimmen hören. Die Idee ist, dass sie durch Training der Gehirnaktivierung entgegen wirken könnten, welche die auditorischen Halluzinationen verursache.

Aus Sicht der psychiatrischen Forschung gab jedoch [extern] Henrik Walter, Professor am Universitätsklinkum Bonn, zu bedenken, dass die bildgebenden Verfahren der Hirnforschung noch keinen wesentlichen Beitrag für die ärztliche Arbeit lieferten. Zwar gebe es schon seit 30 Jahren Versuche, bei psychisch Kranken bestimmte Veränderungen in der Hirnaktivierung festzustellen. Die Ergebnisse seien aber von der Tauglichkeit für den klinischen Alltag meilenweit entfernt, da sie sich teilweise widersprächen und es auch unter Psychiatern keine Einigkeit gebe, mit welchen Aufgaben und unter welchen Bedingungen man die Patienten überhaupt untersuchen müsse. Walter hält es daher für erforderlich, neben der Hirnaktivierung auch andere Faktoren, wie die Genetik und die Medikation zu berücksichtigen, um die “Bildgebung für das Krankenbett tauglich zu machen”.

Brauchen wir einen Datenschutz fürs Gehirn?

Wenn es darum geht, so tiefe Einblicke in das menschliche Bewusstsein zu nehmen, sind ethische Bedenken nicht von der Hand zu weisen. Daher legt auch [extern] Gisbert zu Putlitz, Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz-Stiftung und Physikprofessor an der Universität Heidelberg, Wert auf den Schutz der “mentalen Privatsphäre”.

Der Mainzer Philosophieprofessor [extern] Thomas Metzinger spricht gar von einer eigenen “Bewusstseinsethik”, denn “wenn wir unser eigenes Bewusstsein immer genauer kontrollieren und beeinflussen können, dann müssen wir uns überlegen, welche Bewusstseinszustände wünschenswert sind und ob wir so etwas wie einen Datenschutz fürs Gehirn brauchen.” Außerdem spricht er immer wieder von einer Abschätzung der soziokulturellen Folgen, welche die neuen Methoden mit sich brächten. Womöglich solle man manche dieser Technologien nicht anwenden, wenn der gesellschaftliche Preis dafür zu hoch sei.

John-Dylan Haynes, der selbst gerne vom “Gedankenlesen” spricht, räumt dann auch ein, dass wir noch weit von einer Art “universellem Gedankenlesegerät” entfernt seien. Eine solche Maschine würde einzelnen Gehirnzuständen direkt die entsprechenden Bewusstseinszustände zuordnen. Eines der Probleme, dem sich die Forschung gegenüber sieht, ist laut Haynes die Tatsache, dass “es unendlich viele Gedanken gibt, die Zeit sie einem Computer anzutrainieren aber begrenzt ist.”

Dem pflichtet auch Cornelius Borck aus seiner historischen Perspektive bei. Die frühen Erfolge der EEG-Messungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätten schon damals die Forscher zu weit reichenden Spekulationen zum Gedankenlesen verleitet, die jedoch durch die Forschung nicht erfüllt worden seien. Als Beispiel hierfür nennt er den Versuch einer Eheberatung durch Messungen der EEG-Aktivität. Ganz im Gegenteil gibt er zu bedenken: “Der Erfolg der Neurowissenschaften hat in erster Linie dazu geführt, dass sich uns immer mehr neue Fragen über das Gehirn stellen.”

Auch Christof Koch, sonst ganz auf die neurobiologische Forschung bedacht, schließt seinen Abendvortrag mit einem Hinweis auf ethische Implikationen: Würde es sich als wissenschaftlich erwiesen herausstellen, dass viele Tiere nicht nur Bewusstsein, sondern auch Leidensfähigkeit besäßen, könne dies eine Grundlage für eine vegetarische Lebensform oder eine Vermeidung von Tierversuchen sein. Im Hinblick auf höhere Menschenaffen, die vielleicht sogar eine schwache Form des Selbstbewusstseins besäßen, spricht er von “einem Grundrecht auf Leben”.

Auch wenn es noch eine Weile dauern dürfte, bis wir wie in einem Wörterbuch die gemessene Hirnaktivität in Gedanken übersetzen können, hat die Tagung doch verdeutlicht, dass die technischen Möglichkeiten schon weit fortgeschritten sind und die Zeit für eine öffentliche Diskussion über die Anwendung der Verfahren im Alltag oder durch Regierungsinstitutionen gekommen ist.

from http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25256/1.html

THE NEUROLOGY OF SELF-AWARENESS

March 25th, 2007

This interesting article by V.S. RAMACHANDRAN muses on the phenomenon of the consciousness.

Excerpts:
… It has been suggested by Horace Barlow, Nick Humphrey, David Premack and Marvin Minsky (among others) that consciousness may have evolved primarily in a social context. Minsky speaks of a second parallel mechanism that has evolved in humans to create representations of earlier representations and Humphrey has argued that our ability to introspect may have evolved specifically to construct meaningful models of other peoples minds in order to predict their behavior. “I feel jealous in order to understand what jealousy feels like in someone else” — a short cut to predicting that persons behavior.

Here I develop these arguments further. If I succeed in seeing any further it is by “standing on the shoulders of these giants”. Specifically, I suggest that “other awareness” may have evolved first and then counterintutively, as often happens in evolution, the same ability was exploited to model ones own mind — what one calls self awareness. I will also suggest that a specific system of neurons called mirror neurons are involved in this ability. Finally I discuss some clinical examples to illustrate these ideas and make some testable predictions.

Darwin’s God, an article by ROBIN MARANTZ HENIG

March 18th, 2007

This

Article

examines the different arguments of a new scientific investigation on the reason of the existence of god. there are different schools and models that are able to shed very interesting light on the issue, why humans develop a believe in the supernatural. the point of views are biological-darwinian and assume an advantage for this seemingly disadvantageous behavior.

A NEUROSCIENCE SAMPLING

March 18th, 2007

nice article with a collection of important works in neuroscience that show some insights of how our brain works:

http://www.edge.org/3rd_culture/kandel07/kandel07_index.html

Erklärungen

January 28th, 2007

“Erklärungen verbinden Beschreibungen semantisch”

“Aber der Mensch muss nicht nur sich selbst schaffen, sondern das schwierigste, was er tun muss, ist entscheiden, was er will.[..] der Mensch ist der Romandichter seiner selbst.”

José Ortega y Gasset

Was ist eine Frage?

January 28th, 2007

Wittgenstein